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Reinkarnation

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Christentum (Judentum, Islam)

Zu Beginn anzumerken ist, daß die Hauptströmungen dieser 3 Religionen bis heute den Reinkarnationsgedanken offiziell nicht anerkennen.

Neues Testament

Einige Stellen im Neuen Testament werden immer wieder als Beweise für das Vorkommen des Wiedergeburtsgedanken in der Bibel angeführt. Eine davon möchte ich herausgreifen:
  • Kapitel 9/Vers 2 des Johannesevangelium; die Jünger fragen Jesu: “Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so daß er blind geboren wurde?“ Die Frage der Jünger ob der als blind Geborene selber – also schon vor der Geburt – gesündigt hat, könnte durchaus als Reinkarnation (mit Karma) gedeutet werden. Es gibt dafür aber auch noch zwei andere plausible Erklärungen: erstens, daß das Kind im Mutterleid sündigte und zweitens die Theorie, daß die Seele des Kindes im Mutterleib die Bedingungen für ihr Leben selbst bestimmt.
Zusammenfassend könnte man sagen, daß die Behauptung, der Reinkarnationsgedanke sie im Neuen Testament enthalten, falsch ist.


Hinduismus

Im indischen Denken ist Wiedergeburt ein Naturgesetz, in dem es genau festgelegt ist, als wer oder was man weiter lebt. Dies bestimmt das Karma: alle Taten, ob gut oder böse, werden gespeichert und haben Auswirkungen auf das nächste Leben. Ich bin also für meine Lage im jetzigen Leben selbst verantwortlich. Habe ich im vorigen Gutes geleistet, werde ich jetzt in reichen Verhältnissen leben. So kann ich auch schon in diesem Dasein meine Zukunft gestalten. Wichtig ist, daß keinem Unrecht geschieht!
Der Wiedergeburten Kreislauf wird samsara genannt und besteht aus folgenden Ebenen:

Götter
Himmelswesen
Menschen und Tiere
Geister
Höllenwesen

Man sieht hier, daß ein Mensch nicht nur als Mann oder Frau wiedergeboren werden kann, sondern auch als Tier, Geist oder sogar als ein Gott. Es gibt aber keine Regel die besagt, daß die Wiedergeburten in einer bestimmten Reihenfolge stattfinden. Man kann sprunghaft weiter wandern. (z.B.: jetzt bin ich ein Gott, im nächsten Leben ein Geist, usw.). Außerdem bleibt man nur so lange in einer Existenzform, bis das alte Karma aufgezehrt ist, d. h. bis ich alle schlechten Taten durch gute wettgemacht habe. In diesem Kreislauf gibt es nirgends Ruhe oder Erlösung. Deshalb ist für Hinduisten die Wiedergeburt ein Greuel. Für sie bedeutet Erlösung, aus diesem samsara ausbrechen zu können.
Was verstehen die Hinduisten nun genau unter Wiedergeburt?
Der Körper ist vergänglich. Das, was immer weiter lebt, ist die Seele, das individuelle Atman. Sie unterscheiden grundsätzlich Atman, der Seele eines jeden Wesens, von Brahman, der Weltseele. Atman und Brahman sind irgendwie eins, denn die Seele eines jeden Menschen (Atman) ist enthalten in der Gesamtheit der Seelen (Brahman).
Das Naturgesetz der karmischen Weiterentwicklung hat eine individuelle Seele aus dem Brahman herausgenommen, welche nun sein Leben leben muß. Erst wenn die Seele frei von dieser karmischen Bindung geworden ist, so zu sagen keine neuen Verkörperungen mehr annehmen muß, dann geht Atman in Brahman wieder auf, seine Individualseele ist von den anderen nicht mehr unterscheidbar, der Mensch ist erlöst.



  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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